Spaziergang am Mühlenbecker See

Sonnabend, 1. April 2017 (6 km)

Der Mühlenbecker See liegt im Niederbarnim am Oberlauf des Tegeler Fließes und ist wegen seiner Nähe zum Autobahndreieck Pankow von Berlin aus leicht mit dem Auto zu erreichen. Man fährt vom Dreieck Pankow nur wenige Kilometer bis zur Ausfahrt Mühlenbeck auf dem nördlichen Berliner Ring. Im Dorf Mühlenbeck biegt man hinter dem Rathaus links ab und fährt das Asphaltsträßchen bis kurz vor der Autobahnbrücke; hier gibt es einen Wanderparkplatz, an dem unser ziemlich kurzer Spaziergang beginnt und endet.

Ziel ist das im Verfall begriffene Barockschloss Dammsmühle. See und Schloss können aber auch mit dem Zug erreicht werden, etwa indem man mit der sogenannten Heidekrautbahn (Berlin-Karow – Groß Schönebeck) bis zum Haltepunkt Schönwalde oder Basdorf fährt.

 

Das Schloss wurde 1768 von dem Lederfabrikanten Peter Friedrich Damm als zweigeschossiges Palais erbaut und Ende des 19. Jahrhunderts im neobarocken Stil erweitert. Während des Nationalsozialismus fungierte es nach Enteignung des damaligen Besitzers zeitweise als Außenstelle des KZ Sachsenhausen, bevor es 1959 in den Besitz des Ministeriums für Staatssicherheit gelangte und bis 1989 als Jagdschloss genutzt wurde. In den Jahren zwischen 1968 und 1978 wurde das Mansardengeschoss durch ein drittes Vollgeschoss ersetzt. Daher rührt die etwas merkwürdige Gesamtwirkung des Baukörpers, die an ein Fabrikgebäude mit barocken Fassadenelementen denken lässt.

Das Schloss teilt derzeit das Schicksal mancher anderen Denkmalschutzimmobilie in Brandenburg: Typische Nutzungskonzepte wie der Umbau zum Wellness-Hotel oder zum Veranstaltungsort für Hochzeiten, Tagungen, Konzerte und dergleichen sind einstweilen gescheitert, geistern aber weiterhin durch das Gemäuer. Das Erdgeschoss ist sorgfältig gesichert, so dass man das Hauptgebäude nicht betreten kann; in den oberen Geschossen hingegen weht der laue Frühlingswind durch die zerstörten Fenster. Im ehemaligen Wandelgang des Schlosses findet man die Reste einer Kegelbahn aus der Mielke-Ära. In der Nachbarschaft (östlich des Schlosses) stehen noch einige bauliche Hinterlassenschaften der DDR, die teilweise frei betretbar sind.

Der Weg hierher, am Ufer des Mühlenbecker Sees oder etwas abseits durch den noch unbelaubten Buchenwald, ist eine Idylle, die am Wochenende allenfalls dadurch getrübt wird, dass sich direkt am Ufer einige Angler mit Sack und Pack und großen Zelten niedergelassen haben.

Ufer des Tegeler Fließes
Naturchaos im Kiefernwald
Baumstamm
Totholz (Details)
Licht im Buchenwald
Seeufer
Teil der Frontfassade
Balkon
Mühlenteich (vom Schloss aus gesehen)
Baumbestand
Benachbartes Gebäude
Ausblick auf das Schloss
Auf dem Rückweg am Seeufer

 

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