Tageswanderung Niederfinow – Brodowin – Chorin

Donnerstag, 24. November 2016 (21,3 km)

Diese Wanderung beginnt am Bahnhof Niederfinow, wo der früheste meiner ODS-Reiseberichte (»Von Strausberg nach Niederfinow«) endete, und ein überaufmerksamer Leser all dieser Berichte könnte feststellen, dass mit den letzten beiden Tagestouren eine geographische Lücke geschlossen wird: auf einer Route, die von Strausberg in die Uckermark und dann entlang der Mecklenburgischen Seenplatte bis fast nach Wismar oder Schwerin führt. Die Berichtslücke zwischen Niederfinow und Angermünde entspricht aber nicht unbedingt einer ›weißen Zone‹ meiner bisherigen Wanderpraxis, eher im Gegenteil; denn von Chorin nach Brodowin bin ich oft, zu verschiedenen Jahreszeiten und in verschiedener Begleitung gewandert – vor Jahren auch mal mit einem schlafenden Kleinkind in der Rückentrage, woraufhin der weißhaarige Gärtner am Kloster Chorin der Meinung war, es sei ja sehr anerkennenswert, dass ein Mann meiner Bauart ein Kind durch den Wald trage. Noch heute rätsele ich manchmal, was er damit sagen wollte.

Niederfinow jedenfalls liegt an der Einmündung des Eberswalder Urstromtals in das Odertal; daher befindet man sich hier nahezu auf Meeresniveau, während nach Südosten die Barnimhochfläche, nach Norden der Endmoränenzug des letzten, des Pommerschen Eisvorstoßes der Weichsel-Kaltzeit gleichsam wie ein kleines Mittelgebirge aufsteigt – wenn auch nur auf knapp 100 Meter Höhe.

[Die oben dargestellte Route ist kein Track, sondern nachträglich in die Karte eingezeichnet. Leider kann kein Höhenprofil angezeigt werden.]

 

Statt von einem natürlichen Wasserlauf wird das Urstromtal seit Jahr und Tag von zwei Kanälen durchzogen, wobei der kleinere Finowkanal in zahlreichen Schleusen zur Oder absteigt, während der Oder-Havel-Kanal nördlich von Niederfinow den Höhenunterschied von etwa 35 Metern durch ein fast hundert Jahre altes Schiffshebewerk überwindet. Da die Binnenschiffe heute etwas größer sind als früher, ist man jetzt dabei, ein neues Hebewerk neben das alte zu bauen.

Das Schiffshebewerk ist ein gängiges Ausflugsziel, aber mich hat das nie sehr interessiert. Auch heute laufe ich in einigem Abstand vorüber. Unweit des Bahnhofs Niederfinow kann man nämlich den Deichweg am Finowkanal einschlagen und ihm folgen, bis man die Lieper Schleuse erreicht, wo die beiden Kanäle sich ›auf niedrigem Niveau‹ vereinigen. Das Schiffshebewerk sieht man dann unterwegs auf der anderen Seite des Kanals liegen (siehe Bild). Jenseits der Schleuse folgt man einem Fahrweg am Rande des Naturschutzgebietes Niederoderbruch, bis man bei dem Dorf Liepe das sogenannte Oderberger Gewässer überquert: ein Altarm der Oder, in den auch die beiden Kanäle einmünden.

[Text wird fortgesetzt]

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Auf dem Deich des Finowkanals bei Niederfinow (Blickrichtung Nordosten)

 

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Altes und neues Schiffshebewerk (im Vordergrund der Finowkanal)

 

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Schuhbaum im Niederoderbruch

 

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Krugsee zwischen Liepe und Brodowin (56 m über NN)

 

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Zwischen Plagefenn und Krugsee

 

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Südlich von Brodowin

 

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›Strukturwandel‹ in Brodowin

 

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Brodowin: Neugotische Dorfkirche (Friedrich August Stüler, 1853)

 

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Brodowin (Dorfanger)

 

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Blick vom Rastplatz am Ostufer des Amtssees auf das Kloster Chorin

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